Literarische Einblicke in die Migration Erzählungen aus der deutschsprachigen Schweiz : Beat Sterchi, Franco Supino, Aglaja Veteranyi, MelindaNadj Abonji, lima Rakusa

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ID Serval
serval:BIB_B5F11A43B838
Type
Thèse: thèse de doctorat.
Collection
Publications
Institution
Titre
Literarische Einblicke in die Migration Erzählungen aus der deutschsprachigen Schweiz : Beat Sterchi, Franco Supino, Aglaja Veteranyi, MelindaNadj Abonji, lima Rakusa
Auteur(s)
Maffli Stéphane
Directeur(s)
Utz Peter
Détails de l'institution
Université de Lausanne, Faculté des lettres
Statut éditorial
Acceptée
Date de publication
2019
Langue
allemand
Résumé
Literarische Texte besitzen die Fâhigkeit, gesellschaftliche Fragen zu veranschaulichen, indem sie mit Fallbeispielen kollektive Entwicklungen individualisieren. Die Migrationsliteratur, also Literatur, die Migration thematisiert, erôffnet einen Erzâhlraum, in dem das Schreiben als Begegnung mit dem Anderen stattfinden kann. Der literarische Text ist das geeignete Médium, um sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufuhlen und um diese Einstellungen auch zu verstehen.
Die Arbeit stellt die Frage nach der individuellen Bedeutung der Migration und entwickelt dabei die vier Hypothesen, dass die Migrationsliteratur erstens ein besseres Verstandnis der Einwanderung als gesellschaftliches Phanomen ermôglicht, dass die Texte der Migrationsliteratur zweitens erzâhlerische und drittens sprachliche Gemeinsamkeiten besitzen, und dass das Forschungskorpus viertens in Bezug auf die Geschichte der Einwanderung in die Schweiz aussagekrâftig ist. Die literaturwissenschaftliche Analyse soll die soziologische oder die historische Untersuchung dabei nicht ersetzen sondern ergânzen und bereichern. Um diese Hypothesen auszuarbeiten, wurde ein Forschungskorpus von literarischen Texten zusammengestellt, die Einwanderung in die deutschsprachige Schweiz thematisieren: der Bauern- und Arbeiterroman Blôsch von Beat Sterchi (1983), die Liebesgeschichte Musica Leggera von Franco Supino (1995), Aglaja Veteranyis Warum das Kind in der Polenta kocht (1999), der Familienroman Tauben fliegen auf (2011) von Melinda Nadj Abonji und schlieBlich lima Rakusas Erinnerungspassagen mit dem Titel Mehr Meer (2009). Mit einer Auswahl von funf Romanen konnte zugleich eine Diversitât zum Ausdruck kommen und eine Uberschaubarkeit gesichert werden. Trotz einer groBen Darstellungsvielfalt besitzen die analysierten Texte einige erzâhlerische Gemeinsamkeiten. Die Migrationsliteratur bringt somit verschiedene Râume und Zeiten zusammen: der Ort, aus dem die Protagonistin oder der Protagonist kommt, die Herkunft, und der Ort, in dem diese Figur lebt. Es gibt zwischen >dort und vorher im Herkunftsland< und >hier und jetzt im Einwanderungsland< eine Spannung. Eine intensive literarische Vernetzung und Durchdringung von Vergangenheit und Gegenwart findet statt. Die Migrationsliteratur ist von dieser doppelten Gleichzeitigkeit von Vergangenheit und Gegenwart, von Entfernung und Anwesenheit gekennzeichnet. Diese erzâhlerische Komplexitât, die allen ftinf Texten eigen ist, reflektiert auch die Komplexitât der Gefuhle der Migration und macht diese dem Leser erfahrbar. Des Weiteren deuten die Analysen darauf hin, dass die Literatursprache der Texte von jener Mehrsprachigkeit geprâgt ist, die das Leben in einem neuen Land und in einer neuen Sprache ausmacht.
Die Dissertation zeugt von der Relevanz der Migrationsliteratur als Textsorte, in der die Grenzen der àsthetischen Môglichkeiten der Literatur erkundigt werden kônnen. Die Arbeit zeigt zudem, dass die Migrationsliteratur zum besseren Verstândnis der gesellschaftlichen Entwicklungen in Bezug auf Einwanderung in die Schweiz beitragen kann.
Création de la notice
21/02/2020 12:44
Dernière modification de la notice
03/03/2020 7:19
Données d'usage