Mehrsprachigkeit im europäischen Kontext. Zu einem vernachlässigten Forschungsfeld inter­dis­ziplinärer Mediävistik

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Serval ID
serval:BIB_C31ABBB3936D
Type
A part of a book
Collection
Publications
Institution
Title
Mehrsprachigkeit im europäischen Kontext. Zu einem vernachlässigten Forschungsfeld inter­dis­ziplinärer Mediävistik
Title of the book
Mehrsprachigkeit im Mittelalter. Kulturelle, literarische, sprach­liche und didaktische Konstellationen in europäischer Perspektive. Mit Fallstudien zu den "Dis­ticha Catonis"
Author(s)
Putzo C.
Publisher
De Gruyter
Address of publication
Berlin ; New York
Publication state
Published
Issued date
2011
Editor
Baldzuhn M., Putzo C.
Pages
3-34
Language
german
Notes
Internationale Tagung, Hamburg, vom 15. bis 16. Juni 2001, und Aufsatzsammlung.
Abstract
Mittelalterliche Mehrsprachigkeit - gemeint ist sowohl das Verhältnis von Latein und Volkssprache als auch das Nebeneinander unterschiedlicher Volkssprachen oder volkssprachiger Varietäten - ist als bedeutender Aspekt vormoderner Textkultur und Spracherfahrung bisher nicht einmal innerhalb der Einzeldisziplinen ausreichend gewürdigt und systematisch erfasst worden. Zielführend wäre ein interdisziplinärer und methodenübergreifender Zugriff. Der Aufsatz bietet als Vorstudie dazu einen systematisierenden Überblick über prägende Sprachkontaktsituationen der westeuropäischen Sprachen und Literaturen vom 7. Jahrhundert bis ins Spätmittelalter und erarbeitet eine grundlegende Typologie.
Die mittelalterliche Wahrnehmung von Sprache muss per se mit Multilingualität verbunden gewesen sein: erstens im Sinne einer fast überall gleichzeitigen Präsenz mehrerer gesprochener und geschriebener Volkssprachen, zweitens im Sinne der prinzipiellen Einbettung von Schriftlichkeit und Bildungskultur in eine anderssprachige (lateinische) Tradition, drittens im Sinne der intellektuell-mentalen Abbildung des Abstraktums ,,Sprache" auf das Lateinische, also eine Sprache, die niemals Muttersprache war. Sprach-, literatur- und kulturtheoretische Konsequenzen können nur angedeutet werden: Die Auswirkungen einer solchen neurologischen Prägung auf die - von ,,bilingual brains" getragenen - Textkulturen des Mittelalters könnten konzeptuelle Repräsentationen von Raum, Zeit, Emotionen oder Personalität betreffen.
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Create date
12/11/2013 10:13
Last modification date
20/08/2019 16:38
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